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Franco Loja: Der Strain Hunter von Green House Seeds.

Rund zwei Jahrzehnte lang suchte der italienische Züchter weltweit nach Landrassen und machte ihr Erbgut zur Grundlage neuer Sorten.
8. August 2026 durch
Franco Loja: Der Strain Hunter von Green House Seeds.
Tom Jaud
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Wer sich mit der Zuchtgeschichte moderner Cannabissorten befasst, stößt regelmäßig auf einen Namen, der selten auf einer Sortenpackung steht: Franco Loja (20. Mai 1974 bis 2. Januar 2017) war Head Breeder und Partner der Amsterdamer Green House Seed Company. Bekannt wurde er weniger durch eine einzelne Sorte als durch die Art, wie er arbeitete: Er suchte weltweit nach alten, regional gewachsenen Cannabis-Populationen und behandelte sie als genetisches Ausgangsmaterial, nicht als Kuriosität.

Vom Fallschirmjäger zum Züchter in Amsterdam

Loja war Italiener und diente vor seiner Zeit in der Cannabis-Branche als Fallschirmjäger in der italienischen Armee. Ende der 1990er-Jahre kam er zu Green House Seeds, dem von Arjan Roskam aufgebauten Amsterdamer Unternehmen aus Coffeeshops und Saatgutfirma. Er begann dort als Selekteur, wurde später Teilhaber und führte zuletzt die Titel Manager, Master Cultivator und Head Breeder. Rund zwei Jahrzehnte arbeitete er an der Seite Roskams; gegründet hatte er das Unternehmen nicht, geprägt hat er es dennoch.

Landrassen als Rohstoff der Zucht

Lojas fachlicher Schwerpunkt waren Landrassen: Populationen, die über viele Generationen an einen bestimmten Standort angepasst sind und deren Erbgut kaum durch gezielte Kreuzung verändert wurde. Sie interessierten ihn als Reservoir seltener Merkmale, etwa für Trockenheits- oder Schädlingstoleranz. Zugleich verschwinden sie: Vernichtungs- und Umstellungsprogramme in Anbauregionen wie Jamaika oder Trinidad haben Bestände dauerhaft reduziert.

Sein Vorgehen beschrieb er in Interviews als zweistufig. Erst die Selektion: aus einer Population einzelne Pflanzen herausarbeiten und nach nachprüfbaren Merkmalen bewerten, etwa dem Abstand zwischen den Blattachsen oder dem Reifezeitpunkt der Samen. Dann die Kreuzung: Werden zwei über Generationen ingezüchtete, in sich einheitliche Linien miteinander gekreuzt, entsteht eine echte F1-Generation, die den Effekt der Heterosis zeigt – gleichmäßigerer Wuchs und höhere Widerstandsfähigkeit als bei den Elternlinien. Als seine bekannteste eigene Kreuzung gilt Super Lemon Haze, eine Verbindung aus Lemon Skunk und der älteren Green-House-Sorte Super Silver Haze; sie gewann 2008 und 2009 den ersten Platz beim High Times Cannabis Cup.

Strain Hunters: Expeditionen mit Arjan Roskam

Ab 2008 dokumentierten Loja und Roskam ihre Sammelreisen in der Videoreihe Strain Hunters. Die Expeditionen führten unter anderem nach Malawi, Indien, Marokko, Jamaika, Swasiland, Trinidad, Kolumbien und in den Kongo. Erklärtes Ziel war, noch nicht untersuchte Landrassen zu finden und ihr Saatgut zu sichern, bevor es verloren geht. Einem breiteren Publikum wurde das Projekt 2013 durch die von VICE produzierte Dokumentation Kings of Cannabis bekannt, die Loja und Roskam auf der Suche nach kolumbianischen Sorten wie Punta Roja und Colombian Gold begleitete. Gefundenes Originalmaterial beschrieb Loja dort als etwas, das er züchterisch weiterverwenden und archivieren könne.

Tod und Nachwirkung

Anfang 2017 war Loja in der Demokratischen Republik Kongo unterwegs. Dort zog er sich eine zerebrale Malaria zu und starb am 2. Januar 2017 im Alter von 42 Jahren; beigesetzt wurde er am 7. Januar in Barcelona. Green House Seeds erklärte in seinem Nachruf, Loja werde als Bruder, Vater, Sohn und Freund fehlen. In der Fachpresse wird er häufig als eine der prägenden Figuren der Landrassen-Erhaltung beschrieben – eine Zuschreibung, die sich vor allem darauf stützt, dass er das Thema aus der Nische in eine breite Öffentlichkeit trug. Die Expeditionen wurden nach mehrjähriger Pause 2021 fortgesetzt, ausdrücklich in seinem Namen. Von ihm selbst ist der Satz überliefert, Cannabis sei seine Leidenschaft, sein Brot und sein Zuhause, und er sehe es als seine Pflicht, dass diese Pflanze erhalten bleibe.

Quellen: Krishna Andavolu, „It's Good to Be the King", VICE Magazine, Vol. 20 Nr. 8 (2013); Bill Griffin, „The Cannabis World Pays Tribute to Strain Hunting Icon Franco Loja", The Marijuana Times (8. Januar 2017); Sophia Ruiz, „Remembering Franco Loja", Grow Magazine (2017); „A Tribute to Franco Loja, the Strain Hunter", Leafly (2017); „Talking Landrace Strains with Franco Loja", High Times; „Remembering Franco Loja and His Lasting Influence on Modern Cannabis", Weedmaps News (November 2020); Strain Hunters, offizielle Projektseite (strainhunters.com) – Expeditionsübersicht und Gedenkseite

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