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Greenhouse Seed Co.

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Greenhouse Seed Co.
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Die vier bekanntesten Namen im Katalog von Greenhouse Seed Co. – White Widow, Great White Shark, White Rhino und Super Silver Haze – stammen aus einer Zusammenarbeit, die gerade vier Jahre gehalten hat. 1994 gegründet, 1998 auseinandergegangen, und dazwischen ein gutes Stück dessen definiert, was in Europa seither als Amsterdamer Genetik durchgeht.

Dass das Haus danach nicht vom Archiv gelebt hat, ist die interessantere Hälfte der Geschichte.

Angefangen hat es mit einer Sammlung

Der Ausgangspunkt liegt Mitte der Achtziger, lange vor der Firma. Arjan Roskam baute nach eigener Darstellung ab 1985 Sorten an, die er geschenkt bekam oder von Reisen nach Thailand, Nepal und in andere Länder Südostasiens mitbrachte. Aus dieser Sammlung wurde erst ein Coffeeshop und 1993 ein Gesamtsieg beim High Times Cannabis Cup – der erste belastbare Hinweis darauf, dass das mitgebrachte Material etwas taugte.

Vier Jahre, die den Katalog gemacht haben

Die Samenbank folgte 1994. Roskam gründete sie gemeinsam mit dem australischen Züchter Scott Blakey, der unter dem Namen Shantibaba arbeitet und eng mit Neville Schoenmakers verbunden war – jenem Züchter, auf den die Kreuzung aus Northern Lights #5 und Haze zurückgeht, das Fundament der meisten europäischen Haze-Hybriden.

1998 verkaufte Blakey seinen Anteil, ging in die Schweiz und gründete mit Howard Marks die Mr. Nice Seedbank, wo er seine Linien unter neuen Namen ein zweites Mal veröffentlichte. Seither erzählen beide Seiten die Urheberschaft an der White-Familie unterschiedlich. Belegbar ist, dass diese Sorten in diesen vier Jahren in Amsterdam entstanden sind; wem welcher Anteil daran gehört, kann von außen niemand entscheiden – an den Sorten selbst ändert der Streit nichts.

Haze, und dann noch mehr Haze

Kaum eine andere Bank hat sich so lange an derselben Familie abgearbeitet. Nevilles Haze, NL5 Haze Mist, Arjans Haze #3, Arjans Ultra Haze #1 und Arjans Ultra Haze #2 sind keine Namensvariationen, sondern Stationen einer Linie, an der über Jahre weitergezüchtet wurde, statt sie einmal zu veröffentlichen und liegen zu lassen. Ihr erfolgreichster Ableger ist Super Lemon Haze, eine Kreuzung aus Lemon Skunk und Super Silver Haze: 2008 gewann sie den High Times Cannabis Cup, 2009 noch einmal.

Strain Hunters: Genetik aus dem Feld statt aus dem Katalog

2008 hat Greenhouse das Sammeln systematisiert. Unter dem Namen Strain Hunters reisen Teams des Hauses in Regionen, in denen Cannabis seit Generationen wild oder halbwild wächst, und bringen Landrassen mit; erklärtes Ziel ist, diese Populationen zu dokumentieren und zu sichern, bevor eingeführte Hybriden sie verdrängen. Die Stationen nach eigener Aufstellung: Malawi (2008), Indien (2010), Marokko (2011), Trinidad, St. Vincent und Jamaika (2012), Swasiland und Kolumbien (2013), die Demokratische Republik Kongo (2016), Südafrika (2021), Thailand (2024).

Das Gesicht dieser Expeditionen war lange Franco Loja, Züchter und Partner Roskams. Er starb am 2. Januar 2017 im Alter von 42 Jahren an zerebraler Malaria, die er sich auf einer Reise in die Demokratische Republik Kongo zugezogen hatte. Die Gedenkseite, die die Firma für ihn eingerichtet hat, ist bis heute online.

Eine Samenbank ist nur ein Teil davon

Wer die Firma auf ihren Katalog reduziert, unterschlägt den größeren Zusammenhang. Zum Haus gehören nach eigenen Angaben vier Coffeeshops in Amsterdam, ein Cannabis Social Club in Barcelona, eine zweite Samenbank, eine Düngerlinie und die Produktionsfirma hinter den Strain-Hunters-Filmen, die für die Expeditionen nach Kolumbien und in den Kongo mit VICE und HBO zusammengearbeitet hat.

Aus dieser Konstellation erklärt sich auch der Ton, in dem über Greenhouse geredet wird. Roskam führt seit Jahren den Titel König des Cannabis – verliehen hat ihn niemand, er stammt aus dem eigenen Haus und steht so auch auf der Firmenseite. Man darf das für Marketing halten und die Genetik trotzdem ernst nehmen; die beiden Dinge schließen einander nicht aus.

Was in der Vitrine steht

Die Bilanz, die das Haus für sich reklamiert, lässt sich von außen nicht Preis für Preis nachrechnen – gezählt hat sie der Hersteller selbst. Nachvollziehbar ist immerhin, welche Sorte er welchem Wettbewerb zuordnet: Great White Shark dem Highlife Festival, Cheese der Spannabis, Bubba Kush dem Treating Yourself Medical Cup, White Widow und NL5 Haze Mist dem High Times Cannabis Cup. Vier Wettbewerbe, vier sehr verschiedene Sorten – auf eine einzige Handschrift lässt sich das nicht bringen.

Der Bestand von heute

93 Sorten dieser Marke führen wir, und die Spannweite darin ist das beste Argument gegen den Verdacht, hier werde nur ein Erbe verwaltet. Neben den Klassikern der Neunziger stehen jüngere US-Kreuzungen wie Super Lemon Haze x RS11 oder West Coast OG x Gelato 41 Auto, dazu eine ganze Reihe automatisch blühender Varianten und CBD-Linien wie Kings Kush CBD oder The Church CBD. Der Herstellerkatalog selbst ist nicht nach Familien sortiert, sondern nach Klimazonen – Indoor, Outdoor, gemäßigt-kontinental, tropisch-mediterran, kalt-nördlich. Für ein Haus, das seine Ausgangsgenetik in Äquatornähe einsammelt, ist das eine naheliegende Ordnung.

Greenhouse ist damit weniger eine Marke als eine Wegmarke: Wer verstehen will, wie die europäische Cannabiszucht dorthin gekommen ist, wo sie heute steht, kommt an diesen Namen nicht vorbei – auch dann nicht, wenn man dem Haus die eine oder andere Superlative gern kürzen würde.