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Sweet Seeds

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Sweet Seeds
Gegründet 2005 Valencia, Spanien 5 Min. Lesezeit
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Am Anfang steht eine einzelne Mutterpflanze. Eine Black Domina, 1998 aus Samen selektiert und in der Szene bis heute als Black Domina '98 gehandelt, wird durch Selbstbestäubung zu S.A.D. Sweet Afghani Delicious S1 – Katalognummer zwei eines Hauses, das gerade erst eines geworden war.

Zwanzig Jahre später ist daraus eine der sichtbarsten Samenbanken Spaniens geworden, und sie hat sich eine Eigenheit bewahrt: Sweet Seeds führt über die eigene Zuchtarbeit Buch. Wer die Sortennamen liest, liest ein Ordnungssystem mit – Katalognummern, Generationsstufen, Kürzel für die Bauform. Das ist selten in einer Branche, die ihre Stammbäume gern im Ungefähren lässt.

Valencia, 2005

Gegründet wurde Sweet Seeds 2005 in Valencia, wo die Firma bis heute ihren Sitz hat. 2025 beging das Haus seinen zwanzigsten Geburtstag unter dem Motto „20 Years Growing Together". Für eine Branche, in der Marken schneller verschwinden als ihre Sorten, ist das eine bemerkenswerte Standzeit.

Die Reihenfolge der Anfänge lässt sich an den Katalognummern ablesen, die Sweet Seeds bis heute mitführt: SWS01 gehört Black Jack, SWS02 der erwähnten S.A.D. Sweet Afghani Delicious S1, SWS04 der Cream Caramel. Die ersten Auszeichnungen für S.A.D. und Sweet Tai datieren auf 2006 – das Haus war noch keine zwei Jahre alt, als seine Sorten zum ersten Mal auf einem Preistisch standen.

Ausnahmslos feminisiert

Sweet Seeds hat sich von Beginn an auf feminisiertes Saatgut festgelegt, und zwar konsequenter, als es zunächst klingt: Auch die Pollenspender im Zuchtprogramm sind weibliche Pflanzen, deren Geschlecht mit Silberthiosulfat umgekehrt wurde. Für den gesamten Katalog gibt das Haus eine Feminisierungsrate von rund 99,9 Prozent an; jede Partie durchläuft eine eigene Qualitätskontrolle.

Diese Festlegung ist mehr als eine Sortimentsfrage, sie bestimmt die Arbeitsweise. Selektiert wird ausschließlich an weiblichen Pflanzen, jede neue Linie entsteht aus zwei Müttern. Sweet Seeds selbst führt darauf zurück, dass die eigenen Linien einheitlicher ausfallen als vergleichbare Kreuzungen – ein Anspruch, den man dem Haus nicht abnehmen muss, der aber erklärt, warum der Katalog so aufgeräumt wirkt.

Automatic als Generationenarbeit

Ab 2007 begann Sweet Seeds mit autoflowering Genetik zu experimentieren; die ersten kommerziellen Sorten dieser Art kamen 2009 und 2010. Interessanter als die Jahreszahlen ist die Buchführung dahinter. Das Haus bezeichnet seine Automatic-Linien mit Generationsstufen – 3G, 4G und so weiter. Jede Stufe steht für eine weitere Einkreuzung photoperiodischer Genetik, die den rechnerischen Ruderalis-Anteil halbiert.

Damit ist eine Angabe im Katalog, die anderswo als Marketingwort auftaucht („neue Generation"), hier eine nachvollziehbare Größe. Aus derselben Arbeit stammt die XL-Reihe: Automatic-Sorten mit Sativa-Einschlag, die deutlich über einen Meter erreichen. Big Devil XL Auto, Cream Mandarine XL Auto und Green Poison XL Auto tragen das Kürzel im Namen, und es meint tatsächlich die Bauform, nicht die Verpackungsgröße.

F1 Fast Version – aus einem Nebenbefund wird eine Linie

Um 2007 fiel bei diesen Kreuzungen etwas auf, das gar nicht das Ziel war: Paarte man einen photoperiodischen Eliteklon mit autoflowering Genetik, blieb der Nachwuchs zwar photoperiodisch, kam aber ein bis zwei Wochen früher zum Blühende als der Ausgangsklon. Sweet Seeds machte daraus 2013 eine eigene Produktlinie, die F1 Fast Version, und nimmt für sich in Anspruch, als erste Samenbank weltweit solche Hybriden angeboten zu haben.

Im Regal erkennt man sie am Namenszusatz: Black Jack F1 FAST Version, Green Poison F1 FAST Version, Killer Kush F1 FAST Version. Die Idee ist immer dieselbe – der Klassiker bleibt, was er ist, nur der Kalender wird kürzer.

Die Red Family und ein Tal in Pakistan

Die auffälligste Linie des Hauses ist die Red Family: Sorten, deren Blüten zur Reife rot, violett bis bläulich anlaufen. Verantwortlich dafür sind Anthocyane, dieselben Farbstoffe, die Rotkohl und Holunder ihre Farbe geben. Sweet Seeds hat das Merkmal nach eigenen Angaben über Hindukusch-Vorfahren aus der pakistanischen Region Chitral eingekreuzt und gibt an, dass inzwischen etwa 95 Prozent der Pflanzen die Färbung zeigen.

Das Ziel ist erklärtermaßen die vollständige Ausfärbung aller Individuen – ein Zuchtvorhaben, das seit Jahren läuft und an Sorten wie Dark Devil Auto, Red Poison Auto, Bloody Skunk Auto oder Diablo Rojo XL Auto ablesbar ist. Dass die Familie fast durchgehend Teufels- und Blutnamen trägt, ist Geschmackssache; die Konsequenz, mit der sie durchgezogen wird, ist es nicht.

Amerikanische Genetik, in Valencia verarbeitet

Seit einigen Jahren führt Sweet Seeds eine eigene Abteilung für US-Genetik. Die Ausgangspflanzen sind die Namen, die den amerikanischen Markt geprägt haben – Gelato, Mimosa, Jealousy, Gorilla Glue, Girl Scout Cookies, Permanent Marker –, verarbeitet werden sie nach der Hausmethode: feminisiert, häufig als Automatic, oft in der XL-Bauform. Super Boof Auto, Papaya Zoap Auto, Runtz XL Auto und Permanent Marker XL Auto sind Ergebnisse dieser Linie.

Die Vitrine

Sechsmal ist Sweet Seeds als beste Samenbank ausgezeichnet worden:

  • Expocannabis 2007
  • Spannabis 2008
  • Spannabis Sur 2013
  • THC Expo 2022
  • 11. Copa THC Valencia 2024
  • THC Expo 2024

Dazu kommen die Konten der einzelnen Sorten, die das Haus selbst führt: 27 Auszeichnungen für Cream Caramel zwischen 2007 und 2022, 22 für Green Poison zwischen 2011 und 2023, 15 für S.A.D. Sweet Afghani Delicious S1 zwischen 2006 und 2022, zehn für Black Jack, neun für Mohan Ram, acht für Sweet Tai. Bemerkenswert ist daran weniger die Summe als die Spannweite: Es sind dieselben Sorten, die über anderthalb Jahrzehnte hinweg immer wieder vorne landen.

Sweet Seeds ist damit das, was man in anderen Branchen ein solides Haus nennt: kein Feuerwerk, sondern eine Sammlung von Linien, an denen seit Jahren methodisch weitergearbeitet wird. Wer wissen will, wie sich eine Genetik über fünf Generationen entwickelt, findet hier ausnahmsweise eine Marke, die es aufgeschrieben hat.