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Cali Connection

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Cali Connection
Gegründet 2008 Los Angeles, Kalifornien 4 Min. Lesezeit
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Ein Steckling ist ein Versprechen, das nur in einem Raum gilt. Wer in Kalifornien Mitte der Nullerjahre eine der begehrten OG-Kush-Selektionen anbauen wollte, brauchte keinen Katalog, sondern eine Telefonnummer und jemanden, der bereit war, eine Mutterpflanze zu teilen. Cali Connection ist aus genau dieser Lage entstanden — und die gesamte Firmengeschichte danach ist der Versuch, sie aufzulösen.

Von Swerve’s Cuts zur Samenbank

Hinter der Marke steht Edward „Swerve“ Clarizio, geboren in Los Angeles, Kind italienischer Einwanderer und nach eigener Darstellung einer der am längsten durchgehend arbeitenden Saatgutzüchter Kaliforniens. Etwa ab 2003 belieferte er unter dem Namen Swerve’s Cuts die medizinische Cannabis-Szene der Stadt mit seltenen Schnitten: Tahoe OG, SFV OG, Pre-98 Bubba, Larry OG — allesamt zu einer Zeit, in der keiner von ihnen je als Samen existiert hatte.

2008 wurde aus diesem Netzwerk ein Unternehmen mit Sitz in Los Angeles. Die Aufgabe, die es sich stellte, klingt schlichter, als sie ist: das kalifornische Klon-Erbe in stabile, samenfeste Linien überführen, damit es sich nicht länger nur von Hand zu Hand weitergeben lässt. Das Hausmotto „True Breeds, World Class Seeds“ ist deshalb weniger Werbespruch als Pflichtenheft.

Warum aus einem Klon kein Klon wird

Ein Steckling ist genetisch identisch mit seiner Mutterpflanze. Ein Samen ist es nie. Wer eine klonbasierte Linie in Saatgut übersetzt, bekommt Geschwister statt Kopien, und die eigentliche Arbeit besteht darin, so lange zu selektieren, zurückzukreuzen und erneut zu selektieren, bis die Nachkommen sich verlässlich ähnlich verhalten. Cali Connection setzt dabei auf Rückkreuzungen auf den Ausgangsschnitt und auf S1-Linien; Pre98 Bubba BX2 etwa führt den Originalschnitt mit dessen eigener S1-Generation zusammen. Nach eigener Darstellung werden Linien bis in die sechste oder siebte Filialgeneration weitergeführt, bevor sie in den Verkauf gehen.

Das erklärt, warum dieses Sortiment so viele Varianten desselben Namens kennt. Wo andere Häuser eine Sorte veröffentlichen und weiterziehen, steht hier oft eine ganze Familie nebeneinander — die feminisierte Fassung, die Rückkreuzung, die Autoflower-Version. Handschrift heißt in diesem Haus nicht Geschmack, sondern Ausdauer.

Ein Jahrzehnt in Ergebnislisten

Ab 2011 taucht der Name regelmäßig in den Cup-Ergebnissen auf, zuerst in Amsterdam und Detroit, später in Denver, San Francisco, Los Angeles und Michigan. Nach eigener Zählung stehen über vierzig Cup-Siege zu Buche. Ein paar Stationen, die die Spannweite zeigen:

  • 2011, High Times Medical Cup Detroit: Gesamtsieg für 818 Headband Aka Sour OG
  • 2012, High Times Medical Cup Denver: erster Platz für SFV OG Kush
  • 2012, High Times Medical Cup San Francisco: erster Platz für Larry OG Kush
  • 2015, Karma Cup: erster Platz als bester Hybrid für Black Water
  • 2016, Los Angeles Cannabis Cup: erster Platz als beste Indica für Purple Chem
  • 2020, Washington Sun Cup: Sieg mit Black Water in der Freiland-Wertung

Bemerkenswert daran ist weniger die Menge als die Streuung. Die Siege verteilen sich über ein Jahrzehnt, ein halbes Dutzend Städte und Kategorien vom Blütenpreis bis zum Haschisch — also über Jurys, die einander nicht kannten, und über Pflanzen, die andere Leute angebaut hatten. Genau das ist der Praxistest für samenfeste Linien: Sie müssen auch dann funktionieren, wenn der Züchter nicht im Raum steht.

Auffällig ist außerdem, wo diese Preise vergeben wurden: Der größere Teil stammt von den Medical Cups, den Veranstaltungen der US-Dispensary-Szene, aus der die Marke selbst hervorgegangen ist. Passend dazu gehört eine CBD-betonte Selektion des Hauses zu den beständigsten Siegertypen — sie holte 2015 in Jamaika und 2018 in Nordkalifornien jeweils den ersten Platz in der CBD-Wertung. Neben den OG-Kush-Schwergewichten läuft also seit Jahren eine leisere Linie mit.

Die Gold Line

Neben dem Erbe steht seit einigen Jahren eine zweite Linie, die aus der entgegengesetzten Richtung kommt. Die Gold Line kreuzt zeitgenössische Dessert-Genetik — Cookies, Gelato, Punch, Wedding Cake — in hauseigene Selektionen ein. Italian Ice, Bellini, Tiramisu und Passion Berry gehören dazu, und die Namen verraten ziemlich genau, worauf es dabei ankommt: auf das Terpenprofil. Dazu kommen Autoflower-Fassungen etablierter Linien.

Dass beide Reihen nebeneinander bestehen, ohne sich gegenseitig zu erklären, ist ungewöhnlicher, als es aussieht. Wer bei Cali Connection zu den Klassikern greift, kauft Herkunft; wer zur Gold Line greift, kauft Gegenwart. Die wenigsten Häuser halten beides gleichzeitig glaubwürdig.

Ein Dach für andere Züchter

Die dritte Schublade heißt Private Breeder Seeds und ist keine eigene Zucht, sondern ein Regal für andere: unabhängige kalifornische Züchter, die unter dem Dach von Cali Connection veröffentlichen, darunter Jaws Genetics, Gage Green Genetics, Gene Om Alchemy und Clutch Extracts. In der Fachpresse wird das Haus deshalb auch als Dachorganisation für Züchter aus Nord- und Südkalifornien beschrieben — die Sammeltätigkeit der Anfangsjahre, mit anderen Mitteln fortgeschrieben.

Der rote Faden ist in allen drei Schubladen derselbe: Etwas, das bislang nur einem kleinen Kreis zugänglich war, soll eine Form bekommen, die man versenden kann. Beim Erbe sind das Schnitte, bei den Gastzüchtern ganze Kataloge.

Cali Connection steht im Regal für eine sehr kalifornische Vorstellung von Herkunft: dass eine Sorte nicht dort beginnt, wo sie beschrieben wird, sondern dort, wo sie jemand über Jahre am Leben gehalten hat. Aus einem Zirkel geteilter Mutterpflanzen ist ein Sortiment geworden, das man bestellen kann — und die Arbeit daran, dass die Samen halten, was die Schnitte versprochen haben, ist bis heute nicht abgeschlossen.