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Buddha Seeds

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Buddha Seeds
Beniparrell, Valencia 4 Min. Lesezeit
Alle Strains von Buddha Seeds zeigen

Der Katalog von Buddha Seeds liest sich streckenweise wie eine Sternkarte: ein Weißer und ein Roter Zwerg, ein Pulsar, dazu Vesta Auto, benannt nach dem zweitgrößten Asteroiden des Sonnensystems, und Deimos Auto nach dem kleineren der beiden Marsmonde. Das Personal am Himmel ist überwiegend klein und schnell — und genau darum geht es dieser spanischen Bank seit ihren Anfängen: um Pflanzen, die wenig Platz brauchen, früh fertig sind und trotzdem etwas hermachen.

Aus der Reihe fallen nur Quasar und Pulsar, zwei Objekte, die eher für Wucht als für Bescheidenheit stehen. Auch das hat seine Entsprechung im Katalog: Wenn dieses Haus ins Große geht, dann gründlich.

Beniparrell statt Amsterdam

Buddha Seeds ist keine Amsterdamer Traditionsadresse und gibt sich auch keine Mühe, so zu wirken. Betrieben wird die Marke von der Hemp Trading SLU mit eingetragenem Sitz in Beniparrell, einem Ort südlich von Valencia — nachzulesen im Impressum der eigenen Seite, nicht in einer Markenlegende.

Über sich selbst gibt das Haus insgesamt wenig preis. Mehr als fünfzehn Jahre Erfahrung, Schwerpunkt auf der genetischen Verbesserung autoflowering und photoperiodischer Sorten, Qualität vor Menge: viel mehr steht in der Selbstdarstellung nicht. Der eigene Vertrieb reicht über Europa hinaus bis nach Chile, Argentinien und Uruguay.

Als Autoflowering noch Balkonware hieß

Die Vorgeschichte der Bank hängt an einer Sorte, die bei uns als White Dwarf Auto im Regal steht. Sie stammt aus den Anfangsjahren der Automatics, als solche Pflanzen vor allem eines konnten: klein bleiben und nicht auffallen. Sie wuchsen, wie der Hersteller selbst schreibt, auf Balkonen und Terrassen von Growern, denen Diskretion wichtiger war als Ertrag.

Aus dieser Ausgangslage hat Buddha Seeds über fünfunddreißig Generationen Selektion gemacht. Eine überarbeitete Fassung stellte das Haus nach eigener Angabe erst nach mehr als zehn Jahren Arbeit vor — mit mehr Wuchshöhe und mehr Stabilität, aber demselben kurzen Zyklus. Der Rote Zwerg daneben, Red Dwarf Auto, ist eine Kreuzung aus genau dieser Linie mit einer ausgewählten Skunk-Mutter. Das ist die Handschrift: Das Haus baut an der eigenen Genetik weiter, statt sich für jede neue Sorte fremde einzukaufen.

2009 verschiebt Deimos die Erwartungen

Der Bruch kam mit Deimos Auto. Die Sorte geht auf eine Northern-Lights-Linie zurück, die über sieben Generationen selektiert wurde, und ihr Erscheinen im Jahr 2009 bezeichnet der Hersteller als Meilenstein in der Geschichte der Automatics — kein Automatic habe zuvor höhere Erträge gebracht. Das ist Eigenlob aus erster Hand und entsprechend zu lesen. Was daran unabhängig davon auffällt, ist die Geduld: sieben Generationen Arbeit für eine Sorte, deren ganzer Reiz in der Eile liegt.

Magnum Auto, der zweite große Name des Hauses, ist ein Dreiwege-Hybrid mit langem Zyklus, der im Freien in eine Größenordnung wächst, bei der man den Automatic-Charakter erst einmal nicht vermutet. Auf der Produktseite steht dazu der Hinweis, Magnum werde nicht als Bulkware verkauft und Nachahmungen möge man zurückweisen. Einen solchen Satz schreibt niemand, dem Nachbauten noch nie begegnet sind.

Gaschromatograph statt Bauchgefühl

Was Buddha Seeds von vielen Häusern ähnlicher Größe unterscheidet, ist die Ausstattung dahinter. Das Team besteht aus Agronomen und Biotechnologen, gearbeitet wird mit markergestützter Selektion, mit Gaschromatographie samt Flammenionisationsdetektor zur Bestimmung von Cannabinoiden und Terpenen, mit In-vitro-Vermehrung zur Erhaltung von Genetik und mit der Gewinnung polyploider Individuen. Dazu kommt eine eigene Methodik, um jene Gene zu charakterisieren, die für die Enzyme der Cannabinoid-Synthese kodieren.

Bescheiden ordnet das Haus diese Abteilung nicht ein: Man habe möglicherweise die beste Forschungsabteilung Europas, heißt es auf der eigenen Seite. Das „möglicherweise“ ist die einzige Zurückhaltung in diesem Satz. Sie steht ihm gut.

Was dabei herauskommt

Wie weit diese Arbeit trägt, zeigte sich 2019 außerhalb des Buddha-Katalogs. Gemeinsam mit der Universitat Politècnica de València entwickelte das Mutterhaus Hemp Trading eine Sorte, bei der ein Schritt im Syntheseweg der Cannabinoide blockiert ist: Es entsteht kein THC, dafür reichert sich Cannabigerol an, das sonst nur in Spuren vorkommt. Die Hochschule vermeldete Werte jenseits von fünfzehn Prozent. Bei uns steht diese Linie nicht im Regal, aber sie sagt mehr über die Forschungsabteilung als jede Selbstauskunft.

Klassiker und die amerikanische Ecke

2021 kam eine Sammlung dazu, die den Blick zurückwendet: sechs Namen aus der Szenegeschichte — Amnesia, Critical, AK, Skunk, White Widow und Diesel —, jeweils in einer photoperiodischen und einer automatic Fassung. Die Grundlage waren teils sehr lange gepflegte Stecklinge; für Buddha Classics AK griff man auf Klone zurück, die seit über zwanzig Jahren erhalten werden. Das Ziel war ausdrücklich nicht die Neuerfindung, sondern die Essenz dieser Sorten mit den Mitteln von heute noch einmal sauber zu stabilisieren.

Die dritte Linie zieht in die andere Richtung: Die USA Collection versammelt Westküsten-Genetik, von Buddha Gelato über Buddha Cookie und Buddha DoSi2 bis zu Gorila, der Buddha-Lesart eines sehr bekannten amerikanischen Harzmonsters. Zusammen ergibt das ein Sortiment, das man in einem Nachmittag überblickt und trotzdem nicht ausgereizt hat: Zwergsorten für den kurzen Zyklus, ausgewachsene Photoperiodische für die Saison im Freien, Klassiker in beiden Fassungen und eine amerikanische Abteilung obendrauf.

Im Regal steht Buddha Seeds damit für eine Disziplin, die selten laut gefeiert wird: eine Genetik so lange durchzuarbeiten, bis sie auch unter schmalen Bedingungen noch das tut, was auf der Verpackung steht. Das ist keine Marke, die von ihrer Gründungslegende lebt — sie lebt von einer Handvoll Linien, an denen seit anderthalb Jahrzehnten weitergearbeitet wird.