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BC Bud Depot

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BC Bud Depot
Gegründet 2002 British Columbia, Kanada 4 Min. Lesezeit
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„BC Bud“ war ein Ruf, bevor es eine Marke war. Wer in den Neunzigern von kanadischem Cannabis sprach, meinte eine Provinz und keinen Züchter – und genau darin lag das Problem: Die Genetik, die diesen Ruf trug, blieb in den Händen einiger weniger Grower an der Westküste.

Gründer Matt Harvey beschreibt die Lage von damals nüchtern. Gezüchtet wurde in British Columbia durchaus, aber vor allem für den eigenen Kreis, und vor allem mit Blick auf Wirkstärke, Ertrag und kurze Blütezeiten. Wer eine gute Linie hatte, behielt sie. BC Bud Depot entstand 2002 aus dem Entschluss, das Gegenteil zu tun.

2002, British Columbia

Die Selbstbeschreibung des Hauses ist bis heute knapp: bewahren und weitergeben, was an Cannabis-Genetik gut ist. Das klingt nach Broschüre, beschreibt aber ziemlich genau, was seither passiert. Die Bank züchtet selbst, sammelt aber mindestens ebenso viel, und sie arbeitet dafür mit Züchtern in British Columbia, in den Niederlanden und darüber hinaus zusammen. Harvey, selbst Grower und bis heute Geschäftsführer, hält die beiden Rollen für untrennbar: Ordentlich züchten könne nur, wer auch ordentlich anbaue, weil erst die fertige Blüte zeigt, was eine Kreuzung wirklich taugt.

Die Linie, die alles trägt

Den Durchbruch brachte eine Sorte namens BC God Bud, eine Kreuzung aus God, Hawaiian und Purple Skunk. 2004 holte sie beim High Times Cannabis Cup den ersten Platz unter den Indicas, 2005 den Battle of the Bridges Cup und 2011 die Gesamtwertung des ersten Prairie Medicinal Cup; in einer Rückschau auf die zehn wichtigsten kanadischen Sorten aller Zeiten stand sie 2010 ebenfalls.

Interessanter als die Urkunden ist, was danach geschah. Statt die Sorte als Denkmal stehen zu lassen, machte das Haus sie zur Zuchtmutter. Sweet God kreuzt sie mit BC Sweet Tooth und erbt von dort die schnellere Produktion; Bubba God bringt Bubba Kush ein und bleibt dabei auffällig gedrungen; Tuna God stellt ihr die kanadische Tuna Kush an die Seite. Drei Fortschreibungen derselben Idee, jede mit einem anderen Kompromiss – wer die Sortenliste aufmerksam liest, liest eine Zuchtgeschichte.

Wie eine Linie in den Katalog kommt

Aus dem Verfahren dahinter macht Harvey kein Geheimnis. Wo von einer begehrten Pflanze keine Samen existieren, sondern nur Stecklinge, wird sie mit einem bekannten, stabilen männlichen Elter bestäubt und die Nachkommenschaft in einem Sortenversuch ausgepflanzt – erst dort zeigt sich, ob die weibliche Genetik stabil genug für eine eigene Sorte ist. Viele der modischen Vielfachhybriden bestehen diese Prüfung nicht: Sie liefern durchaus gute Blüten, ihre Nachkommen aber laufen auseinander. Kältelagerung, Gewebekultur und Genomsequenzierung sind als Werkzeuge dazugekommen; entschieden wird trotzdem am ausgewachsenen Bestand.

Was die Cup-Liste verrät

Die Auszeichnungen des Hauses verteilen sich über anderthalb Jahrzehnte und über sehr unterschiedliche Jurys. Das ist der eigentliche Befund, nicht ihre Zahl:

  • 2008 – The Black gewinnt den Spannabis Cup in Barcelona.
  • 2013 – Chem Fire holt beim Uruguay Cannabis Cup den ersten Platz der internationalen Wertung, Girl Scout Cookies im selben Jahr die Hybrid-Wertung des Los Angeles Medical Cannabis Cup.
  • 2015 – Gods Gift gewinnt die Indica-Wertung des Bio Cannabis Cup.
  • 2016 – Shiatsu Kush gewinnt beim Bio Cup Canada die Indica-Wertung.
  • 2018 – Sweet God gewinnt den Kootenay Cannabis Cup in der Gesamtwertung.

Zweimal galt die Auszeichnung nicht einer Sorte, sondern dem Haus: 2009 mit der Aufnahme in die Seed Bank Hall of Fame, 2019 mit dem Titel als beste Samenbank der kanadischen Grow Up Awards.

Ein Archiv, das größer ist als der Katalog

Harvey spricht von einem Genetik-Archiv mit mehr als zweihundert Sorten und Tausenden Samen in Hunderten Varianten, zusammengetragen über gut zweieinhalb Jahrzehnte. Der größere Teil davon steht nie zum Verkauf. Manches sind Arbeitsstände, manches Elternlinien, manches schlicht Material, das aufgehoben wird, weil es sonst niemand aufhebt.

Dazu passt sein ausgesprochenes Interesse an Landrassen. Ein Interview gab er aus Kolumbien, wo das Haus mit Santa Marta Gold arbeiten wollte – nicht aus Nostalgie, sondern aus Zuchtlogik: Wer immer nur Hybride mit Hybriden kreuzt, verengt den Genpool, und was an Vielfalt einmal weg ist, kommt nicht wieder. Landrassen sind die Gegenprobe.

Wonach heute ausgelesen wird

Die Zuchtziele haben sich dabei verschoben. Statt Ertrag und Wirkstärke immer weiter zu maximieren, gilt das Interesse inzwischen den Terpenprofilen – Frucht, Säure, Sahne statt der nächsten Kush-Variante; die Kush-Welle hält Harvey für abgeklungen. Gelegentlich liefert die Pflanze die Vorlage selbst: An einer Sweet God trat eine Mutation mit auffällig hohem CBG-Anteil auf, und genau solche Zufälle sind es, aus denen ein neuer Zuchtstrang entstehen kann.

Von Texada bis Cookies

Im Katalog stehen deshalb zwei Zeitalter nebeneinander. Auf der einen Seite die Erbstücke der Provinz: Texada Timewarp, benannt nach einer Insel in der Strait of Georgia, dazu BC Hash Plant, BC Pinewarp, BC Mango oder BC Sweet Tooth – Sorten, deren Namen die Herkunft gleich mitliefern. Auf der anderen die Gegenwart: Tangie Cookies, Animal Cookies, Delinquent OG, Honey OG, dazu CBD-Linien wie Elixir CBD und einzelne Automatics.

Was BC Bud Depot im Regal ausmacht, ist deshalb weniger die einzelne Sorte als die Herkunft. Hier hat jemand eine regionale Zuchttradition eingesammelt, bevor sie im Stillen verschwinden konnte, und führt sie seither weiter, statt sie bloß zu verwalten.